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Il tabarro

Opera Italiana > Giacomo Puccini

Personen:

Michele / Besitzer eines Schleppkahns / Bariton
Giorgetta / Micheles Frau / Sopran
Luigi / Ein Löscher / Tenor
Tinca (Stockfisch) / Ein Löscher / Tenor
Talpa (Maulwurf) / Ein Löscher / Bass
Frugola (Frettchen) / Talpas Frau / Alt
Ein Liederverkäufer, ein Liebespaar, u.a.

Inhalt:

In Paris hat am Seineufer der Schleppkahn des Schiffers Michele festgemacht. Seit dem Tod des gemeinsamen Kindes hat sich Micheles Frau Giorgetta immer mehr von ihm ab- und dem Löscher Luigi zugewandt. Während Michele erfolglos versucht Giorgetta wieder näher zu kommen, löschen Luigi und die Arbeiter Tinca und Talpa die Fracht. Nachdem Michele gegangen ist versorgt Giorgetta die Löscher mit Wein. Als ein Leierkastenspieler auftaucht, tanzt sie abwechselnd mit Tinca und Luigi, aber nur solange, bis Michele erscheint.

Die Löscharbeiten sind beendet und Michele ist unter Deck gegangen. Tinca will wie immer seine Probleme in Alkohol ertränken. Luigi beklagt die Freudlosigkeit des Arbeiterlebens. Giorgetta gesteht, dass sie das Schifferleben satt hat. Sie ist wie Luigi ein Kind der Pariser Vorstadt und braucht festen Boden unter den Füßen.

Als sie alleine sind, sagt Luigi Giorgetta, dass er sie nicht länger mit Michele teilen will. Sie beschwören ihre gegenseitige Liebe. Von Michele aufgeschreckt, verabreden sie ein späteres Treffen. Giorgetta soll mit einem brennenden Streichholz signalisieren, dass die Luft rein ist.

Abends erfährt Michele wieder Giorgettas Zurückweisung, und er erinnert sie an glückliche Tage, als sie ihn noch liebte; als er Giorgetta mit seinem Mantel wärmte. Giorgetta will davon nichts hören, da es zu schmerzhaft ist. Sie weist seine Bitte zu ihm zurückzukehren kühl ab. Unter dem Vorwand schlafen gehen zu wollen, zieht sie sich zurück.

Michele glaubt jetzt zu wissen, dass Giorgetta ihn betrügt. Nur mit wem? Tinca oder gar Luigi? In einem Wutausbruch schwört er, den Liebhaber seiner Frau zu töten. Als er sich mit einem Streichholz seine Pfeife ansteckt, erscheint Luigi, der das brennende Streichholz für das verabredete Signal hält. Michele überwältigt Luigi und würgt ihn, bis er zugibt, Giorgettas Liebhaber zu sein. Michele versteckt den toten Luigi unter seinem Mantel. Giorgetta ahnt, dass etwas Schlimmes passiert ist und nähert sich vorsichtig. Michele bietet ihr an, sie unter seinem Mantel zu wärmen, so wie früher. Als sie ganz nahe ist, öffnet er den Mantel und Luigis Leiche fällt zu Boden.

Notizen:



Die Oper IL TABARRO (Der Mantel) gehört neben den weiteren Einaktern SUOR ANGELICA (Schwester Angelica) und GIANNI SCHICCHI zu dem dreiteiligen Opernzyklus IL TRITTICO (Das Triptychon). Die Uraufführung fand am 14. Dezember 1918 an der Metropolitan Opera (MET) in New York statt. IL TRITTICO wird heute im Gegensatz zu La Bohème, Tosca, Madama Butterfly und Turandot selten gespielt. IL TABARRO kann man jedoch des Öfteren in Kombination mit Pagliacci von Ruggero Leoncavallo in den Spielplänen der großen Opernhäuser finden. In der Spielzeit 1992 gab es diese Kombination beispielsweise an der MET in Starbesetzung zu sehen: Plácido Domingo konnte man als Luigi bewundern, den gefragten Bariton Juan Pons als Michele.

IL TABARRO ist dem Verismo zuzuordnen, geht es doch um die Schicksale einfacher Menschen. Außerdem spielen die typischen Emotionen Liebe, Wut und Eifersucht die tragende Rolle. IL TABARRO fesselt von der ersten bis zur letzten Minute, ein Paradebeispiel an Kurzweil. Kenner der Szene sprechen sogar von Puccinis Meisterstück. Wer die Oper jemals auf der Bühne gesehen hat weiß gewiss, warum das keine Übertreibung ist. Besonders beeindruckend ist kurz vor dem dramatischen Ende Micheles verzweifelter Versuch, Giorgettas Liebe wieder zu entflammen, indem er an die schönen Zeiten ihrer Liebe erinnert. Die musikalische Untermalung während dieser Szene ist ungeheuer romantisch ohne kitschig zu sein. Puccini eben, auf dem Gipfel seiner Schaffenskraft!


Ein Auszug aus dem Libretto:

Come è difficile esser felici!

Michele:

„Erinnerst du dich an die Stunden, die auf dem Kahn dahinflossen, von den Wellen getragen?“

Giorgetta:

„Nicht mehr dran denken! Es ist zu traurig heute.“

Michele:

„Ach, sei wieder so wie früher, sei wieder mein,als du mich noch liebtest (Quando tu m`amavi), und voller Leidenschaft zu mir kamstund mich küsstest! Als du mich noch liebtest! (Quando tu m`amavi)! Bleib nah bei mir! Die Nacht ist schön! (Resta vicino a me! La notte è bella)!

CD-und DVD-Tipp:

CD: IL TRITTICO (IL TABARRO), EMI CLASSICS, Carlo Guelfi, Maria Guleghina, Neil Shicoff, London Symphony Orchestra, © 1999 EMI Records Ltd.
DVD: IL TABARRO / PAGLIACCI, Deutsche Grammophon, Plácido Domingo, Juan Pons, Teresa Stratas, The Metropolitan Opera Orchestra, Conductor: James Levine, © 2005 Deutsche Grammophon GmbH, Hamburg

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