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Manon Lescaut

Opera Italiana > Giacomo Puccini

Personen:

  • Manon Lescaut / Sopran
  • Lescaut, ihr Bruder / Bariton
  • Renato Des Grieux, Student / Tenor
  • Edmondo, Student / Tenor
  • Geronte, Schatzmeister / Bass
  • Ein Ballettmeister / Tenor
  • Ein Wirt / Bass
  • Ein Musikant / Mezzosopran
  • Ein Lampenanzünder / Tenor
  • Sergeant der Bogenschützen / Bass
  • Kapitän / Bass


Handlung:

Erster Akt

Auf dem Marktplatz von Amiens herrscht buntes Treiben. Der charmante Student Des Grieux genießt es, die Aufmerksamkeit der anwesenden Damen auf sich zu ziehen. Er „liebt“ fast alle Frauen und singt zum Spott: Tra voi, belle, brune e bionde. Er entdeckt Manon Lescaut und bemerkt sofort, dass es sich mit ihr ganz anders verhält. Es ist Liebe auf den ersten Blick (Donna non vidi mai), wahre Liebe, die von Manon vollkommen erwidert wird. Des Grieux Freund Edmondo deckt auf, dass Manon von ihrem Bruder Lescaut dem reichen und alten Schatzmeister Geronte versprochen worden ist. Des Grieux und Manon fliehen und tauchen unter.

Zweiter Akt

Manon ist nach ihrer Trennung von Des Grieux in das Haus des Schatzmeisters Geronte gezogen. Sie lebt nun in Reichtum, wünscht sich aber insgeheim in die Arme von Des Grieux zurück. Dieser lässt nicht lange auf sich warten und schafft es erneut, ihre Liebe zu gewinnen. Während einer leidenschaftlichen Episode werden die Liebenden ertappt, und sie müssen fliehen. Es gelingt Manon noch, ihre Juwelen mitzunehmen. Sie wird jedoch später als Diebin verhaftet.

Dritter Akt

Manon wird zur Verbannung nach Amerika verurteilt und soll in LeHavre mit elf, ebenfalls verurteilten Prostituierten an Bord eines Schiffes gehen. Des Grieux taucht auf, reißt Manon an sich und bedroht die Wachen mit einer Pistole. Als der Kapitän mit einem bewaffneten Trupp Wachsoldaten auftaucht, wirft Des Grieux die Waffe weg und fällt auf die Knie. Er fleht den autoritären Seemann an, ihn als Schiffsjunge mit nach Amerika zu nehmen, um bei Manon bleiben zu können. Der Kapitän willigt nach kurzem Bedenken ein.

Vierter Akt

Manon und Des Grieux haben sich in der Einöde vor New Orleans verirrt. Brütende Hitze nimmt sie gefangen. Manon hat zudem hohes Fieber, sie ist sterbenskrank. Des Grieux macht sich auf den Weg, um Wasser für seine Geliebte zu suchen. Erfolglos kehrt er zu Manon zurück. Sie stirbt in seinen Armen mit den Worten: Meine Sünde wird in Vergessenheit geraten, aber meine Liebe wird nicht sterben.



Notizen:

Aller guten Dinge sind drei: Nach Puccinis Achtungserfolgen Le Villi und Edgar erwies sich das vieraktige Werk Manon Lescaut als Volltreffer. Im Jahre 1893 im Teatro Regio von Turin uraufgeführt fand die Oper weltweit den Weg in die großen Opernhäuser. Neben Puccinis späteren „Stammautoren“ Luigi Illica und Giuseppe Giacosa wirkte auch Ruggero Leoncavallo am Libretto mit.

Manon Lescaut entstand in der frühen Schaffensphase Puccinis und ist bemerkenswert kompakt. Die Handlungsführung ist straff, es kommt keine Langeweile auf. Fragt man Kenner dieser Oper, bezeichnen sie fast immer zwei Szenen als unvergesslich:

  • Die Einschiffung von Manon, bei der Des Grieux nach heftigem Anflehen im letzten Moment vom Kapitän als Schiffsjunge mit nach Amerika genommen wird.


  • Die ergreifende Sterbeszene in der Einöde vor New Orleans.


Dazu einige Sätze aus dem Libretto:

1. Presto! In Fila!

Des Grieux ist vor dem Kapitän auf die Knie gefallen:

Seht nur: Ich bin wahnsinnig.
Hört mich an! Nehmt mich mit als Schiffsjungen!
Oder für den niedrigsten aller Dienste.
Ich werde glücklich mitkommen.
Seht nur, wie ich um Erbarmen flehe.
Nehmt mein Blut, nehmt mein Leben!
Ich flehe euch an, ich bitte euch um Erbarmen!
Ich werde nicht undankbar sein!

Kapitän:

Ihr wollt euch also in Amerika ansiedeln, junger Mann?
Nun denn, nun denn.
Es sei euch gewährt!

Des Grieux küsst dem Kapitän die Hand und rennt die Rampe zum Schiff hoch, direkt in die Arme von Manon. Nicht selten bricht bereits an dieser Stelle im Publikum der Beifall los, während das Orchester den dritten Akt euphorisch ausklingen lässt.

2. Fra le tue braccia amore

Manon liegt sterbend in den Armen von Des Grieux:

Noch sehe ich dich.

Des Grieux:

Ohne dich bin ich verloren, ich folge dir nach.

Manon:

Das will ich nicht.
Lebe wohl.
Ich friere.
War sie voller Liebe, deine Manon?
Entsinnst du dich?
Die Sonne werde ich nicht wieder sehen.

Des Grieux:

Mein Gott!

Manon:

Meine Schuld wird in Vergessenheit geraten.
Doch meine Liebe stirbt nicht!

Manon ist tot und Des Grieux weint bitterlich. Die Musik klingt in leisen Intervallen aus; der Vorhang fällt.

CD- und DVD-Tipp:

CD: Manon Lescaut, Deutsche Grammophon, José Cura, Maria Guleghina, Orchestre del Teatro alla Scala, Conductor: Riccardo Muti, © 2000 Deutsche Grammophon GmbH, Hamburg
DVD: Manon Lescaut, Deutsche Grammophon, José Cura, Maria Guleghina, Orchestre del Teatro alla Scala, Conductor: Riccardo Muti, © 2005 TDK Marketing Europe GmbH Artwork & Editorial

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