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Mascagni

Opera Italiana



1863-1945

Ein ganz ähnliches Schicksal wie das von Ruggero Leoncavallo erlebte der am 7.12.1863 in Livorno geborene Bäckersohn Pietro Mascagni: Auch er wurde mit einem Einakter (Cavalleria Rusticana) quasi über Nacht berühmt und konnte danach nicht wieder an den großen Erfolg anknüpfen. Beide Komponisten gelten jedoch als die berühmtesten des italienischen Verismo und beide machten während ihrer Laufbahnen Bekanntschaft mit einem der erfolgreichsten Komponisten überhaupt: Giacomo Puccini. Starkomponist Guiseppe Verdi sah allerdings in Pietro Mascagni seinen Nachfolger und nicht in Puccini.

Während seines Studiums an der Mailänder Scala saß Mascagni nicht nur im Hörsaal neben Puccini, zeitweise teilte er sogar die Wohnung mit ihm. Im weiteren Verlauf ihrer recht unterschiedlichen Karrieren trafen Mascagni und Puccini des Öfteren aufeinander. Während Puccini bei der Premiere von Madama Butterfly vom Publikum ausgebuht und ausgelacht wurde, ergriff der ebenfalls anwesende Mascagni Partei für seinen Studiengefährten und nahm ihn in Schutz. Mascagni genoss während dieser Zeit ein höheres Ansehen als Puccini und daher bewies sein Einsatz durchaus Courage. Vielleicht das letzte Mal trafen sich Mascagni und Puccini im Jahre 1919 bei der Beisetzung eines alten Wegsgefährten: Ruggero Leoncavallo.

Pietro Mascagni war ein sehr fleißiger Komponist. Neben der überragenden Cavalleria Rusticana stammen noch eine ganze Reihe weiterer Opern aus seiner Feder, die heute aber leider sehr selten gespielt werden. L`Amigo Fritz, Iris, Guglielmo Ratcliff und Il piccolo Marat dürfen an dieser Stelle genannt werden. Im Nachlass Mascagnis finden sich aber auch Symphonien und Choräle. Seine Intermezzi, insbesondere das der Cavalleria Rusticana, sind besonders prägnant und werden auch heute noch oft gespielt, manchmal auch als Filmmusik.

Als dunkelster Schatten auf Mascagnis Leben haftet wohl die umstrittene Verbindung zum italienischen Faschismus und insbesondere auch zu Benito Mussolini. Mascagnis letzte Oper Nerone, die auf Drängen des Duce entstand, zeigt jedoch keine Verherrlichung des Faschismus, sondern vielmehr eine illusionslose Abrechnung mit der Korrumpierung durch die Macht. Mascagni verbrachte seine letzen Jahre hoffnungslos wegen der politischen Ereignisse in einem Hotelzimmer in Rom und starb am 2.8.1945. Der Nachwelt hat er ein beeindruckendes Gesamtwerk hinterlassen.


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