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Verismo

Opera Italiana

Wer sich mit Ruggero Leoncavallo und/oder Pietro Mascagni beschäftigt, wird des Öfteren über den Begriff Verismo stolpern. Der Verismus (ital. Verismo) in der Oper ist der italienische Begriff für die Kunstrichtung des Realismus im Allgemeinen, im Besonderen bezieht er sich auf den Realismus in der italienischen Oper, wie ihn Leoncavallo mitgeprägt hat, der das Leben und die Sorgen einfacher Bürger in den Mittelpunkt des Geschehens rückte. Die Oper war nicht mehr nur etwas für die Oberschicht und die Protagonisten waren nicht länger überwiegend Adlige und reiche Bürger. Erstmals wurden auch die Gedanken und Gefühle von einfachen Leuten thematisiert. Liebesgeschichten und Dramen fanden nun zwischen Bauern und Fuhrmännern oder auch Komödianten statt.

Der Verismus brachte aber nicht nur für das Publikum viel Neues mit sich. Tatsächlich hatten die etablierten Sängerinnen und Sänger anfangs große Probleme sich auf die veränderten musikalischen Gegebenheiten einzustellen, da ihre Stimmen einen anderen Gesangsstil gewohnt waren. Fortan sollte der Gesang viel leidenschaftlicher sein, nicht mehr romantisch verklärt oder gar etwas bieder wie bisher. Vielen Sängern gelang die Umstellung nicht. Erst die bedeutenden Sänger Enrico Caruso, Emma Carelli und Titta Ruffo konnten den neuen Stil erfolgreich umsetzen. Enrico Caruso merkte später an, dass er vor allem den Canio in Pagliacci am liebsten gesungen hat, obwohl oder gerade weil die Arie Recitar! Vesti la giubba den neuen Gesangsstil am meisten herausforderte.

Als erster und vielleicht größter Verismo-Erfolg ist Pietro Mascagnis Cavalleria Rusticana (1890) zu nennen. Zwei Jahre später wurde dann Ruggero Leoncavallos Pagliacci (Der Bajazzo) in Mailand uraufgefürht. Auch diese veristische Oper kam beim Publikum extrem gut an und wurde somit schnell zum Welterfolg. Das Publikum konnte sich mit dem Eifersuchtsdrama in der Welt der wandernden Komödianten identifizieren und Leoncavallo wurde quasi über Nacht berühmt. Heute werden die Cavalleria Rusticana und Pagliacci sehr oft im Doppelpack aufgeführt, wohl auch weil die Opern mit jeweils knapp über einer Stunde Spielzeit recht kurz sind. Neben Mascagni und Leoncavallo gab es noch eine ganze Reihe anderer Verismo-Komponisten. Umberto Giordana feierte mit Andrea Chénier einen Welterfolg. Aber auch Namen wie Alberto Francetti, Alfredo Catalani und Francesco Cilea sind unter dem Sammelbegriff des Verismo etabliert. Unter vielen Opernkennern gilt zudem auch Giacomo Puccini als Verismo-Komponist, zumidest bei seinen Werken La Bohème und Il tabarro.

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